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1.2. Wie kam es zum Begriff? -
schon der Begriff ist Programm
Die Wahrnehmung von sozialen Problemlagen hat etwas mit deren zeitgeschichtlichen
Rahmen- und Rezeptionsbedingungen zu tun. Als besonders aufschlußreich
für die Einordnung solcher Diskurse erweist sich demzufolge der Zeitpunkt
der "Entdeckung" von sozialen Problem- und Risikogruppen.
Damit geht man der Frage nach, unter welchen Bedingungen eine Gruppe
als riskant und damit von Politik und Medien als Bedrohung für die innere
Sicherheit eingeschätzt, aber ebenso als kriminologisch relevante Gruppe
für die Wissenschaft interessant wird.
In den 60er des 20. Jahrhunderts wurden Ausländer angesichts
des Vollbeschäftigungsideals zunächst als brauchbare Arbeitskräfte
aufgenommen. Mit wirtschaftlichen Einbrüchen des Arbeitsmarktes
ab Mitte der 70er Jahre wurden fremde Arbeitskräfte jedoch kaum mehr
als Wachstumshelfer gebraucht.
mehr ›› Ab Mitte der 80er Jahre wurden dann zuvor weitgehend ökonomisch ausgerichtete
Konkurrenzverhältnisse ergänzt und erweitert im Rahmen der Zuwanderung
von Asylbewerbern, die weder erbeten waren
noch in größerem Umfang auf den Arbeitsmarkt gelangen konnten und überdies
eine kulturelle Bedrohung darstellten. Seither baut die Kriminalpolitik
im Umgang mit Ausländern auf eine Verzahnung von Strafrecht und
Ausländerrecht. Ausländerkriminalität ist insoweit ein Begriff im Zeichen eines
weiter gedachten ausländerpolitischen Kalküls (siehe unten
4.5.).
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