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2.5. Dunkelfelduntersuchungen
Nicht jede Straftat wird entdeckt. Das was den Ermittlern verborgen
bleibt, wird als Dunkelfeld bezeichnet.
Empirische Erkenntnisse aus der Dunkelfeldforschung dienen als Ergänzung
und zugleich als Gegenprobe bezüglich statistischer Kriminalitätserkenntnisse.
Hier ist es eher möglich, die Perspektive von "Ausländerkriminalität" abzulösen
und den Zusammenhang von Einwanderungsbedingungen und Kriminalität zu
erhellen, also nach "Migrantenkriminalität" zu fragen.
Im Rahmen dieser Analyse geht es in erster Linie um Befragungen von
jungen migranten Tätern und Opfern. Junge Menschen sind auskunftsfreudiger
als ältere, zugleich stehen deren Ausführungen aber eher in der Gefahr,
Wirklichkeiten zu verfremden.
Inhaltlich richtet sich das Interesse insbesondere auf Gewaltdelikte.
Folglich wird vornehmlich nach Körperverletzungen, Raub- und Erpressungstaten
gefragt. Aber auch klassische Formen der Eigentums- und Vermögensdelikte
bleiben nicht unberücksichtigt.
Einen besonders umfassenden Überblick bieten die Studien des Kriminologischen
Forschungsinstituts Niedersachen (KFN).
Unter den jugendlichen Türken beispielsweise gaben über
ein Drittel (34, 2 %) an, während der vergangenen zwölf Monate geraubt,
erpreßt und massiv geschlagen oder mit Waffen gedroht zu haben.[1] Bei Jugendlichen aus dem ehemaligen
Jugoslawien lag der Wert mit 29, 3 % fast ebenso hoch. Jugendliche
einer deutschen Vergleichsgruppe bejahten entsprechende Abweichungen
hingegen nur zu 18, 3 %. (Mehr dazu in diesem Forschungsbericht.)
Auf 100 türkische Jugendliche kommen der Untersuchung
zufolge etwa dreimal so viele Gewalttaten wie auf deutsche.
Bei den Ex-Jugoslawen betrage der Faktor immerhin noch 2,5.
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Dehnt
man die Vergleichsperspektive auf die Gruppe der Aussiedler aus,
so ergeben sich auf den ersten Blick ungewöhnlich anmutende Ergebnisse.
Junge Aussiedler, die sich erst "frisch" hier aufhalten, zeigen im Vergleich
zur deutschen Bevölkerung keine besondere Kriminalitätsauffälligkeit.
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Insgesamt ist es schwierig, Dunkelfeldforschungen
ein einheitliches Bild zu entnehmen. Befragungsinhalte und -methoden
wie auch die gewählten Stichproben sind zumeist zu individuell konzipiert,
um übergreifend Gültiges zu erfahren. Bei aller Vorsicht scheint sich
gleichwohl eine Tendenz dahingehend abzuzeichnen, daß junge südeuropäische
Migranten eine erhebliche Überbelastung bei der Gewaltkriminalität ausweisen.
Zu ihnen scheinen jedoch Aussiedler mit einer gewissen Verzögerung "aufzuschließen".
[1] Pfeiffer/Wetzels, Junge Türken als Täter
und Opfer von Gewalt, in: DVJJ-Journal 2/2000, S. 107 ff.
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