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4.1. Kulturkonflikt-Theorie
Das Konzept des Kulturkonflikts wurde
vor dem Hintergrund der großen Einwanderungswellen in die USA entworfen,
die bis ans Ende der 20er Jahre reichten.
Der amerikanische Soziologe Sellin lieferte die Theorie, derzufolge
der Immigrant sich zwei Kulturkreisen bzw. Normsystemen,
demjenigen des Heimatlandes und dem des Gastlandes, gegenübersieht.[1]
mehr ›› Aus dieser Sicht sind es vielmehr die jüngeren Migranten,
die hinsichtlich Identitätsbildung und Sozialisation von ihren neuen
Umfeld geprägt sind und die durch Kontakte in Kindergärten,
Schule und vor allem durch den Einfluß von Gleichaltrigengruppen
mit den hiesigen Normen konfrontiert werden. So gesehen ist
abweichendes Verhalten der nachrückenden Generationen auch so etwas
wie ein modifizierter Eltern-Kind-Konflikt.
Der Kriminologe Günther Kaiser geht angesichts einer unterschiedlich
geglückten Anpassung der Generationen an das kulturelle Normsystem des
sog. Gastlandes von einer Verknüpfung von Kulturkonflikt-Hypothese
und einer Theorie der unterschiedlichen Sozialisation und Sozialkontrolle
aus.[2]
mehr ››
[1] Sellin, Culture, Conflikt, Crime, 1938. [2] Kaiser,
Kriminologie. Ein Lehrbuch, 2. Aufl. 1988, S. 599.
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