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Ausländerkriminalität › BasisinformationenKubink

4. Was sind die Erklärungen?

Im folgenden geht es um Erklärungsmodelle, die einerseits prinzipiell von einer überhöhten Kriminalität der ausländischen Bevölkerung ausgehen, andererseits wird dieser Ansatz mit Hinweis auf die vielfältigen statistischen und sozialen Verzerrungsfaktoren (siehe oben 3.) zurückgewiesen und "Ausländerkriminalität" zu einem Akt der Zuschreibung und Kriminalisierung erklärt.

Bei aller Streitbefangenheit des Themas darf nicht vergessen werden, daß es sich hier um ein politisch hoch brisantes Themenfeld handelt, das auch zu Mißverständnissen führen kann. Vorwürfe einer latenten Fremdenfeindlichkeit oder umgekehrt des Ignorierens und des politisch gewollten "Wegsehens" stehen stets mit im Raum der Diskussion.

Im Ergebnis führt dieser Diskussionshintergrund dazu, daß die umstrittenen Positionen heute zumeist in einer abgemilderten Form präsentiert werden, während das Setzen von klaren Kontrastpunkten eher den Politikern selbst überlassen wird.

Insbesondere werden die theoretischen Ansätze in der wissenschaftlichen Debatte oft miteinander kombiniert, so daß klare Zuordnungen recht schwerfallen. So etwas wie eine herrschende Meinung bei der Einordnung und Bewertung von "Ausländerkrimialität" läßt sich jedenfalls nicht ausmachen. Vielmehr kann man von Grundtendenzen sprechen.

Aus einer Vielzahl von kriminologischen Erklärungen möchte ich drei Modelle vorstellen, die diese Grund-Strömungen veranschaulichen.

Während Kulturkonflikt- und Anomietheorie (4.1. und 4.2.) "reale" Kriminalität erklären, geht es beim Labeling-Ansatz (4.3.) um Prozesse der Herstellung von Kriminalität.

Unter den Punkten 4.4. und 4.5. werden noch ergänzend soziologisch rahmende Aspekte dargelegt, die das Erklärungsangebot und das Verständnis von Ausländerkriminalität ergänzen sollen.

 
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