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Ausländerkriminalität -
ein kriminologisch ungeeigneter Begriff
Es geht nicht nur um die Terminologie und auch nicht allein darum, andere
davor zu bewahren, abgestempelt, etikettiert oder stigmatisiert zu werden.
Der Begriff prägt vielmehr das Problemverständnis.
Wenn "Ausländerkriminalität" ein kriminologisch sinnvoller
Begriff sein soll, dann muss die Staatsangehörigkeit etwas mit Kriminalität
zu tun haben. Darüber hinaus wird vorausgesetzt, dass die Staatsangehörigkeit
eines anderen Landes Kriminalität begünstigt.
Theoretisch wäre das in zwei Varianten möglich: Einmal könnte die fremde
Staatsangehörigkeit das Verhalten der betreffenden Menschen in kriminelle
Bahnen lenken, zum anderen könnte die Kriminalität bei fremder Staatsangehörigkeit
dazu führen, dass sie eher wahrgenommen und angezeigt wird.
Dann würde Ausländerkriminalität ein Begriff sein, der eine ungerechte
Benachteiligung zum Ausdruck bringen soll.
"Wir haben es mit einer Scheinkorrelation zu tun"
Doch diejenigen, die gern von "den Ausländern" sprechen, haben letzteres
weniger im Sinn. Die mir vorgegebene Überschrift weist hier schon die
Richtung. Der Begriff wird in einem negativen Kontext verstanden.
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Offensichtlich sind nicht alle Ausländer gleichermaßen gemeint. Es geht
im Grunde gar nicht um die Staatsangehörigkeit, sondern um Sachverhalte,
in denen typischerweise jemand aus bestimmten südlichen Ländern Schwierigkeiten
macht. In Wirklichkeit ist "hinter" dem Ausländerstatus etwas anderes
gemeint, nur was?
Offensichtlich stehen Migrationsprozesse in Rede, doch die gibt es,
wie die Ostaussiedler beweisen, auch unter Deutschen oder Deutschstämmigen.
Sind gar bestimmte Auffassungen gemeint, vielleicht die Zugehörigkeit
zum Islam oder politisch-islamistischen Gruppen? Oder werden bestimmte
Formen der Kriminalität - etwa Diebstahl oder Körperverletzung - mit
genetischen Anlagen oder Volkszugehörigkeiten in Verbindung gebracht?
Schon diese wenigen Fragen verdeutlichen, wie unklar und verschwommen
die Rede von der Ausländerkriminalität ist. Schnell stößt man auf ganz
andere Kriterien, die ihrerseits bedenklich stimmen. |