|
Das Gefängnis -
unsere Lösung für straffällig gewordene Ausländer?
Während die Frage einer ethnischen Benachteiligung im Verlauf
der Strafverfolgung - wie erwähnt - als noch weitgehend ungeklärt betrachtet
werden muss, kann schon jetzt konstatiert werden, dass junge Ausländer
jedenfalls in der Endstation der Strafverfolgung, in der Jugendstrafanstalt,
deutlich überrepräsentiert sind.
Nach einer bereits im Juli 1997 durchgeführten Erhebung im Jugendstrafvollzug des
Bundeslandes Nordrhein-Westfalen betrug der Ausländeranteil nahezu 38
%.
Die jungen Ausländer hatten zumeist lange Jahre in Deutschland gelebt,
aber nur zu ca. 23% einen Hauptschul- oder höheren Schulabschluss erreicht.
Die Straftaten, derentwegen sie einsaßen, betrafen - das nimmt nicht
Wunder - zu immerhin 40% Gewaltdelikte.
Ein Drittel der Gefangenen war von Ausweisung oder Abschiebung bedroht - in
ein ihnen weitgehend unbekanntes "Heimatland". Das Gefängnis hält im
Grunde keine akzeptable Lösung bereit. Es treten zusätzliche Schwierigkeiten
auf, trotz bestehender Lernmotivation bleibt es in der gegenwärtigen
Gefängnismisere oft genug beim Absitzen der Zeit. |