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Klassische ExperimenteRosenhan

3. Labeling, Geisteskrankheit und Depersonalisierung

Das Experiment Rosenhans ist ein Lehrstück über die Bedeutung des  Labeling-Ansatzes für unser Verständnis des Begriffes „Geisteskrankheit“.

Dieses Label hat soziale, rechtliche und persönliche Konsequenzen für die „gebrandmarkte“ Person:

  • angefangen beim verbreiteten Aberglauben über Geisteskrankheit,
  • über die körperlichen Einschränkungen, die mit dem Freiheitsentzug verbunden sind,
  • bis hin zur u.U. erzwingbaren Einnahme von Medikamenten
  • und der drohenden Aussicht, auf immer fortgesperrt zu werden
  • oder nach der Entlassung für den Rest des Lebens stigmatisiert zu sein

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Die Relevanz der Labeling-Perspektive für die Psychiatrie folgt daraus, dass viele Menschen, die als geisteskrank betrachtet werden, anfangs durch ihre Verwandten, Freunde, Arbeitgeber oder vielleicht sogar durch die Polizei so definiert wurden – nicht jedoch durch sich selber.

Zuvor die gesellschaftliche Ordnung gestört

Es handelt sich in vielen dieser Fälle um Menschen, die zuvor die gesellschaftliche Ordnung gestört haben, indem sie gegen ihre Konventionen oder Regeln verstossen haben.

Daraufhin werden sie möglicherweise als geisteskrank abgestempelt und in ein Krankenhaus verlegt.

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Es wird vom Personal kaum in Erwägung gezogen, dass Verhaltensweisen der Patienten etwas mit dem Krankenhaus oder den dortigen Interaktionen zu tun haben könnten.

Wie soll das auch möglich sein, wenn das Personal wenig Zeit für eine intensive Hinwendung zu den Patienten aufwendet und wenn Berichte-Schreiben wichtiger ist als der direkte Kontakt.

Da „ein rollenadäquates Verhalten im Wesentlichem durch Beobachtung anderer erworben wird“ (Rosenhan 1973) und man sich dabei an den Mächtigsten orientiert, übernehmen andere Mitglieder des Personals das Verhalten der „mächtigen“ Psychiater und verbringen gleichfalls so wenig Zeit wie möglich mit den Patienten.

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Auch Scheinpatienten empfinden
gleiche „Depersonalisierung“

Dieses bedrückende Erlebnis der Depersonalisierung stellten auch die Scheinpatienten bei Rosenhan nach kurzer Zeit an sich fest.

71% der Psychiater und 88% der Schwestern und Pfleger gingen trotz des Versuchs der Kontaktaufnahme durch die Scheinpatienten einfach an diesen vorüber, anstatt stehenzubleiben und den Patienten in aller Ruhe zu antworten.

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