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Klassische ExperimenteStanford-Prison-Experiment

2. Theoretische Vorannahmen und methodische Anlage
des Experiments

Wie oben dargelegt, ging es Zimbardo und seinen Mitarbeitern um die Auswirkungen situativer Bedingungen auf das menschliche Verhalten. Sie wollten die Verhaltensrelevanz der Situation der Gefangenschaft nachweisen und aufzeigen, und zwar gleichermaßen für das Handeln der Aufseher wie der Gefangenen.

Deswegen kam es ihnen darauf an, den Einfluss von Persönlichkeitsvariablen auszuschließen oder zumindest zu kontrollieren.

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Polizeiliche Festnahme eines „Gefangenen“

Scheren des Kopfhaares

 

Vorführung mit verbundenen Augen

Entkleidung, Durchsuchung, Entlausung (rechts)

 

Das Ziel, „good people in an evil place“ zu erforschen, was von „good“ in der Situation von „evil“ bleibt, ist recht radikal verfolgt worden.

Denn der seelischen Gesundheit und Stabilität der Versuchsteilnehmer standen Gefängnis-Rahmenbedingungen gegenüber, die zumindest aus (west-)deutscher Nachkriegsperspektive als extrem einzustufen sind.

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Auf den ersten Blick möchte man meinen, ein derartiges Gefängnis-Spiel von Mittelklasse-Studenten könne über die rauhe US-amerikanische Gefängniswirklichkeit und auch über die Gefängniswirklichkeit hierzulande nichts Substantielles aussagen.

Doch gehört zu den zentralen Einsichten, die das Experiment ermöglicht hat, die, dass wir – wie die „Spieler“ – äußerst schnell in eine neue Realität schlüpfen und dabei die gleichsam spielerische Einbettung alsbald vergessen.

Mit dem Experiment entstand ein Aktionsfeld, bei dem Handlungen, Anpassungsprozesse und vermittelte Erlebnisse erfasst, aufgezeichnet und interpretiert werden konnten.

Die Grenzen, insbesondere der Ausschluss von rassistischen und homosexuellen Tendenzen, werden klar benannt.

 
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