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3. Interpretation der Ergebnisse durch Zimbardo und Mitarbeiter
Bei der Darstellung des Experiments werden die Ebenen der Schilderung des Ablaufs und der Interpretation des Geschehens nicht streng geschieden. Das war wohl auch kaum möglich.
Zimbardo benutzt sein theoretisches Verständnis zugleich als Mittel, um die beobachteten Vorgänge zu ergründen und zu erklären. Daher verwundert nicht, dass er und seine Kollegen ihre Annahmen zur dominanten Gefängnissituation voll bestätigt sehen.
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Zimbardo rückt entsprechend seinem theoretischen Grundverständnis erwartungsgemäß die Bedeutung der situativen Verhaltensbedingungen in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Die schnelle und intensive Identifikation der Aufseher mit ihrer „Herrenrolle“ wird u.a. auf die Medien zurückgeführt, die bereits entsprechende Rollenklischees bereithielten.
Zugleich aber seien die Aufseher durch die Erlebnisse belohnt worden, die ihnen ihr Handeln vermittelt habe. So erkläre sich der Übereifer, mit dem die Aufseher trotz unbezahlter Überstunden und anstrengender und ermüdender Tätigkeit stets pünktlich und ohne Krankheitsausfälle ihre Aufgabe erfüllt hätten.
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Ein Drittel der Aufseher konnte einer Gruppe äußerst feindseliger und im Quälen besonders erfindungsreicher Aufseher zugeordnet werden.
Leichtigkeit, mit der sadistisches Verhalten
bei nicht sadistischen Menschen hervorgerufen werden konnte
Zimbardo betont die Leichtigkeit, mit der sadistisches Verhalten bei nicht sadistischen Menschen hervorgerufen werden konnte. Eingangs gesunde und seelisch stabile junge Männer erlitten als Gefangene rasch handfeste emotionale Störungen.
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Herrenrolle |
| Appel |
Festgestellt wurde ein regelrechter Aufschaukelungsprozess in Gestalt einer „perversen symbiotischen Beziehung“, bei dem sich zunehmende Selbstherrlichkeit bei den einen und hilflose Passivität bei den anderen gegenseitig bedingen.
Im Kreis der Gefangenen entstand ein Rückzugsverhalten: Sie wollten schließlich keine Aufmerksamkeit mehr auf sich lenken und suchten Schutz in der Anonymität. Negative Gefühle wurden zum Selbstschutz unterdrückt.
Die Forscher konnten unter den Leidtragenden keine große Solidarität entdecken.
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Letztlich kommen sie zu einer gewissen Freiheitsphilosophie:
Es müssten zu engmaschige Netze von Regeln und Reglementierungen vermieden werden, da dadurch Regelverletzungen provoziert würden und bei einem entsprechend strikten Kontrollstil häufige Bestrafungsprozeduren nach sich zögen.
Durch die schon erwähnte Ausdehnung des Gefängnis-Begriffs auch auf andere soziale Einrichtungen wird diese Freiheitsforderung zu einer recht allgemeinen, im Grunde sämtliche sozialen Zwänge setzende Einrichtungen betreffend.
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