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Fremdenfeindliche Straftaten › Spezialthemen Neubacher

1. Einleitung

a) Die aktuelle Entwicklung

Seit 1993 ist die Zahl rechtsextremistisch bzw. fremdenfeindlich motivierter Gewalttaten, ausweislich der Registrierung durch die Verfassungsschutz- und Kriminalämter, rückläufig.

Vom Spitzenwert im Jahre 1992, als 1.495 rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten gezählt wurden, ging ihre Zahl 1994 bereits auf 784 und 1995 auf 612 Taten zurück, um nach einem geringfügigen Anstieg auf 790 für 1997 im Jahr 1998 wieder abzunehmen, nämlich auf derzeit 708 entsprechende Delikte.[1]

Glücklicherweise wurden in den letzten beiden Jahren auch keine Brandanschläge mit tödlichem Ausgang begangen, um hier eine besonders gravierende Form des Verbrechens herauszugreifen.[2]

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Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, daß der Rechtsextremismus, ganz gleich in welcher Gestalt, periodisch erstarkt und die bundesdeutsche Gesellschaft immer wieder neu vor Probleme stellt.

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b) Gang der Darstellung

Der Beitrag sieht im folgenden davon ab, die eingangs erwähnten Daten weiter aufzuschlüsseln oder im Detail auf ihre Zuverlässigkeit hin zu problematisieren.[3]

Stattdessen soll es vor allem um die Jugend im Spannungsfeld von Gewalt und Medien gehen. Die rechtsextremistischen und fremdenfeindlichen Gewalttaten stehen dabei im Mittelpunkt, weil diese Delikte die Öffentlichkeit am meisten beunruhigen; zu Recht, wenn man die schweren Folgen für die Opfer bedenkt.

Bei einer Fokussierung auf Gewalttaten aber ist die Analyse schon auf junge Menschen ausgerichtet; denn etwa 75 % dieser Gewalttaten werden von Jugendlichen und Heranwachsenden im Alter bis zu 20 Jahren begangen. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit Medien junge Männer zu einer Tat veranlassen können und wie ein solches Geschehen konkret, also auf der individuellen Ebene, ablaufen kann.

Dabei wird den Aspekten der Mobilisierung durch Medien und der Neutralisierung durch Medien eine besondere Beachtung geschenkt.

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[1] Vgl. Verfassungsschutzberichte 1992-1997, hrsg. vom Bundesministerium des Innern, sowie für 1998 die über die Homepage des Bundesamtes für Verfassungschutz zugänglichen Daten (www.bmi.bund.de/publikationen/; www.verfassungsschutz.de).

[2] Zu fremdenfeindlichen Brandanschlägen nach der Vereinigung und zu ihrer justitiellen Verarbeitung Neubacher, Fremdenfeindliche Brandanschläge, 1998 und Neubacher, Monatsschrift für Kriminologie 1999, S. 1 ff.

[3] Hierzu s. Kubink, Fremdenfeindliche Straftaten, 1997.

 
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