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Jugendkriminalität › BasisinformationenH.-J. Kerner

Vorbemerkung

Die Informationen in den nachstehenden Kapiteln 1-6 sind dazu bestimmt, einen gedrängten und damit von vornherein eher globalen Überblick

  • über jugendstrafrechtliche Fragen,
  • über die amtlich und sonst bekannten Kriminalitätserscheinungen
  • sowie über (vor allem) neuere jugendkriminologische Fragestellungen zu vermitteln.

Mehr soll und kann im gegebenen Rahmen nicht geleistet werden. Wenn es darum ginge, die mitgeteilten Fakten und die Interpretationen verlässlich abzusichern, müsste man eine erhebliche Menge von amtlichen Daten, Forschungsergebnissen und theoretischen Erwägungen nachtragen. Denn Zahlen beispielsweise sprechen in der Regel, entgegen verbreiteten Annahmen, nicht für sich selbst, sondern können je nach dem Zusammenhang, in dem sie präsentiert werden, aber auch je nach der gewählten Aufbereitungsart, recht unterschiedliche Botschaften vermitteln.

Und weil "Verbrechen und Strafe" ein sehr komplexer Problembereich ist, der uns in vielen Lebensbezügen berührt, pflegen sich auch die verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen um das zutreffende Verstehen bzw. die richtige Erklärung zu bemühen.

Auch deswegen gibt es zahlreiche sog. Kriminalitätstheorien auf der einen Seite und sog. Kriminalisierungstheorien oder (breiter) Theorien der Sozialen Kontrolle auf der anderen Seite. Sie sind nicht ohne weiteres, und manchmal genau genommen gar nicht miteinander "vergleichbar".

  • Bei einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Kriminalität muss man sich mehr oder minder ausführlich mit ihnen beschäftigen.
  • Im Rahmen von Unterrichtseinheiten, die nur auf ein erstes oder allgemeines Vertraut machen der Lernenden mit dem Problemfeld abzielen oder die ganz bestimmte Einzelfragen veranschaulichen wollen, können die (vor allem strittigen) Details außer Acht bleiben.

Je mehr es um Vertiefung geht, etwa um die Ursachenproblematik als solche, um die Entstehungszusammenhänge von Verbrechen im Leben von (jungen) Menschen oder Gruppen, oder schließlich um Entwicklungszusammenhänge von Kriminalität als einer gesellschaftlichen Gesamterscheinung, desto stärker kommt es darauf an, weiterführende Literatur zu Rate zu ziehen und sich gegebenenfalls aktiv kritisch mit ihr auseinanderzusetzen.

Der nachstehende Text gibt lediglich erste plausible Anhaltspunkte, wo dieses genauere Nachdenken ansetzen kann und in welcher Richtung theoretische Klärung möglich ist. Die Literatur aus der Kriminologie, ihren Teildisziplinen (z. B. Viktimologie), ihren Grund- und Bezugswissenschaften (Rechtswissenschaft, Medizin, Psychologie, Sozialpsychologie und Soziologie) sowie ihren Ergänzungsdisziplinen (wie Anthropologie, Ethnologie, Pädagogik) ist sehr umfangreich, so dass eine vernünftige Auswahl für den Nicht-Spezialisten schwer fällt. Überblicke über Kinder- und Jugendkriminalität enthalten bereits die allgemeinen Lehrbücher zur Kriminologie. 

 
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