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Jugendkriminalität › BasisinformationenMichael WalterKap. 2

Jugendkriminalität und NS-Zeit

Zum regelrechten Kampfbegriff wandelte sich die Rede von der Jugendkriminalität in der nationalsozialistischen Ära, also zwischen den Jahren 1933 und 1945. Die Machthaber propagierten einen "erbarmungslosen Kampf gegen das Verbrechertum".

(Jugend)Kriminalität imponierte als Ausdruck sittlicher Verworfenheit. Sie war mit "Stumpf und Stiel auszumerzen". Ungenaue kriminologische Begrifflichkeiten ließen genügend Spielraum für die Einführung brutaler Praktiken zur Disziplinierung und Militarisierung junger Menschen. Verwahrlosung und "liederlicher Lebenswandel" waren schnell gegeben, soweit etwa die Mitwirkung in der Hitlerjugend (HJ) zu wünschen übrig ließ oder in Rüstungsbetrieben "gebummelt" wurde.

Jungen Männern, auch Gruppenleitern oder katholischen Geistlichen hängten die Nationalsozialisten bei Bedarf homosexuelle Neigungen an, um sie auf diesem Wege sozial zu verdächtigen, zu diskriminieren und gleichzeitig zu kriminalisieren.

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