| Die Gewaltproblematik wird in der medialen
Berichterstattung stets auf Einzelpersonen bzw. auf Gruppen
wie Jugendbanden bezogen.
Kaum berücksichtigt wird dagegen die große Bedeutung von
institutioneller Gewalt.
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Hier setzt die Kritik von Herbert Jäger an, der auch der
Kriminologie vorhält, ihr Erkenntnisinteresse vorrangig dem
abweichenden Verhalten und der Alltagskriminalität zuzuwenden
und eben nicht "den Besonderheiten kollektiver Verbrechen,
für die nicht Abweichung, sondern Konformität charakteristisch
ist."
Der Sammelbegriff Makrokriminalität
umfasst danach z.B. auch die Minderheitenverfolgung.- (H.
Jäger: Makrokriminalität, 1989, 11)
Doch die öffentliche Diskussion konzentriert sich bei dem
Thema Gewalt auf die Gewalt, die von Einzelpersonen (insbesondere
Jugendlichen) bzw. bestimmten Personengruppen (Jugendbanden,
Mafia etc.) ausgeübt wird.
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Dennoch hat sich diese Gleichsetzung eingebürgert im veröffentlichten
Denken. Ebenso wie das Reden von Kinderkriminalität.
Von Kinderkriminalität zu sprechen ist streng sozialwissenschaftlich
zu sprechen überhaupt nicht zulässig, da unter "Kriminalität"
nur diejenigen Verhaltensweisen verstanden werden, die unter
das Strafrecht fallen.
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