Projektbeschreibung
Nutzer-Profil
Veranstaltungen
Was ist das?
Klassische Experimente
Jugendkriminalität
Ausländerkriminalität
Fremdenfeindliche Straftaten
Gewaltkriminalität
Wirtschaftskriminalität
Innere Sicherheit
Prävention
Impressum
Jugendkriminalität › SpezialthemenJugendgewalt und MedienRaithel

1. Mediengewalt

Mediengewalt, egal ob nun als fiktive bzw. mediale Gewalt in Fernsehen und Film oder als virtuelle Gewalt in Computerspielen, wird gerne und häufig für Gewalttätigkeit und Kriminalität unter Kindern und Jugendlichen verantwortlich gemacht.

Hierbei dominieren simple Ursache-Wirkungs-Theorien, nach welchen gewalttätige oder kriminelle „Medienmodelle“ nachgeahmt würden.

Anlass für solche monokausalen Zusammenhänge geben immer wieder spektakuläre Einzelfälle, in denen Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen dem „schlechten“ Einfluss von Fernsehen, Videos und Computerspielen zugeschrieben wurden und werden.

Beispiel 1 ››

Simple Ursache-Wirkungs-Theorien dominieren

Zu dem hier unterstellten Zusammenhang zwischen Medien und Delinquenz lassen sich in der Medienwirkungsforschung prinzipiell vier verschiedene Thesen unterscheiden:

  1. Nach der Stimulationsthese fördert die Rezeption von Mediengewalt die Bereitschaft, selbst aggressiv zu handeln und Gewalt zur Durchsetzung eigener Ziele einzusetzen.

    mehr ››

  1. Hingegen behauptet die (medienspezifische) Katharsisthese, dass Mediengewalt beim Beobachter die Gewaltneigungen abbaue.

    mehr ››

  1. Einen dritten Standpunkt stellt die These der Wirkungslosigkeit der Medien dar (vgl. Degen 1988).

    mehr ››

  1. Um eine Perspektivumkehrung handelt es sich bei der Rechtfertigungsthese von Gewalt und Kriminalität.

    mehr ››

Die bisherige Diskussion bezog sich auf die sogenannte „mediale Welt“, doch bei den Computerspielen handelt es sich um eine „virtuelle Welt“ (Fritz 1997).

Bisherige Befunde zum Zusammenhang zwischen virtueller Gewalt qua Computerspielen und realer Gewaltausübung sind allerdings noch sehr dürftig und z.T. widersprüchlich (vgl. Löschenkohl/Bleyer 1995; Fritz 1997; Steckel/Trudewind 1997; Kürten/Mühl 2000).

mehr ››

Auf der Basis aktueller empirischer Befunde1 wird sich hier dem Zusammenhang zwischen virtueller, medialer und realer Gewalt im Jugendalter zugewandt, um der häufig verkürzt und emotional geführten Diskussion um die letzten schrecklichen Geschehnisse in Erfurt (2002) einige empirische, sachliche Befunde entgegenzusetzen.

Nachfolgend werden Zusammenhänge zwischen potenziell gewaltrelevanten Computerspielen, Filmgenres mit dem Gewalthandeln Jugendlicher geprüft.


1 Datengrundlage bilden 436 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, die anhand standardisierter Erhebungsinstrumente an weiterführenden bayrischen Schulen im Klassenverband im Jahr 2002 anonym schriftlich befragt wurden. Die Auswahl der Schulen erfolgte zufällig. Unter den Jugendlichen sind 61% Jungen und 39% Mädchen sind. Das mittlere Alter beträgt 16.6 Jahre (SD = 1.1). 45% der befragten Jugendlichen haben bzw. streben den Hauptschulabschluss, 23% den Realschulabschluss und 32% das Abitur an (zur Grundgesamtheit in Bayern vgl. Fuchs/Lamnek/Luedtke 2001).

 
nach oben   nach oben
 

 Druckversion