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Jugendkriminalität › SpezialthemenJugendgewalt und MedienRaithel

5. Diskussion

In den  regressionsanalytischen Befunden spiegeln sich die gewaltdeliktspezifischen Qualitäten wider.

So erscheinen nach dem Korrelationsprofil die waffenlosen Körperverletzungen den Charakter von „Raufereien“ zu entsprechen und somit insbesondere Analogien zu – für die jugendliche Lebenswelt anschlussfähigen – Kampfsportspielen und Actionfilmen aufzuweisen (vgl. Eckert 1993).

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Die Körperverletzungen unter Waffengewalt hängen hingegen insbesondere mit dem Sehen von Kriegsfilmen zusammen und schwach mit Ego-Shootern.

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Die gefundenen Zusammenhänge zwischen Medienkonsum und Gewaltdelinquenz sind allerdings keineswegs zwingend als kausal zu interpretieren.

Denn Aussagen über die Wirkung von gewalthaltigen Medieninhalten sind nur sehr bedingt zu treffen (vgl. Merten 1999).

In vorsichtig interpretierten Studien zeigt sich, dass nicht von einer direkten gewaltinduzierenden Mediengewaltwirkung ausgegangen werden kann (vgl. Lamnek 1995; Sacher 1993; Fritz/Fehr 1997).

Sondern viel mehr ist davon auszugehen, dass sowohl der Mediengewaltkonsum als auch das Gewaltverhalten eher eine Folge bestimmter Persönlichkeitsmerkmale und spezifischer Lebensbedingungen sind.

„Insgesamt bestätigen die Befunde
ein Zusammenwirken von medialer, virtueller
und realer Gewalt“

Somit ist die Rezeptionswirkung von Medien in erster Linie persönlichkeits- und sozialisationsabhängig, wobei Gewaltdarstellungen in den Medien soziale Risiken bergen (vgl. Selg 1997).

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Insgesamt bestätigen die Befunde auf ein Zusammenwirken von medialer, virtueller und realer Gewalt.

Den Ego-Shootern sowie Kriegs-, Kampf- und Horrorfilmen ist besondere Aufmerksamkeit entgegenzubringen, wenngleich die Medien oder Computerspiele nicht die Sündenböcke per se darstellen.

Entscheidender in diesem Diskussionskontext sind die Persönlichkeitsmerkmale und Sozialisationsbedingungen des Jugendlichen, da davon auszugehen ist, das eine Gewaltrezeption nur bei gewalt-prädisponierenden Merkmalen und Bedingungen ein verstärkendes Risiko darstellt, und dann sind alle gewalthaltigen Medienformen gemeinsam zu betrachten.

 
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