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Jugendkriminalität › SpezialthemenRechtsextremismusBjørgo

2. Die Gruppe als Dimension der Gewalt

Die meisten Akte rassistischer Gewalt werden von mehreren Personen gemeinsam begangen. Die Natur dieser Gruppierungen variiert beträchtlich. Einige Gruppen sind nur lose Cliquen von Freunden, die zufällig mit einigen Ausländern in Konflikt geraten.

Andere Gruppen haben mehr den Charakter krimineller Banden, oft mit einer fremdenfeindlichen Orientierung, aber ohne jede Ideologie oder Verbindung zu extremistischen Organisationen.

Und noch andere Gruppen sind Teile neonazistischer Organisationen oder Netzwerke.

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Natur dieser Gruppierungen variiert beträchtlich

Um rassistische Gewalt und das Verhalten von Mitgliedern rassistischer Jugendgruppen verstehen zu können, ist es bisweilen nützlich, zwischen Rassismus als Motivation und Rassismus als Ausdrucksweise zu unterscheiden.

Für manche dieser Jugendlichen trifft eindeutig beides zu. Sie begehen rassistische Taten, die durch Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Naziideologie motiviert sind.

Für viele andere Angehörige rassistischer Jugendgruppen ist Rassismus ihre Art, sich auszudrücken, wobei nicht Ideologie, sondern ganz andere Faktoren ihr nazistisches und rassistisches Verhalten motivieren.

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Für die Opfer ihrer rassistischen Ausdrucksweisen spielt es allerdings keine Rolle, mit welcher Motivation die Faust sie geschlagen hat – es schmerzt gleichermaßen.

Dieses Wissen kann jedoch für die zuständigen Stellen höchst relevant sein, wenn es darum geht, am Ziel orientierte und wirksame Methoden der Prävention und der Intervention gegenüber Rassismus und Gewalt zu entwickeln.

Bei jenen Tätern, für die der Rassismus nicht als Motivation, sondern eher als Ausdrucksform charakteristisch ist, wird man auf das rassistische Verhalten unmittelbar einwirken können, wenn ihre Verbindung mit der rassistischen Gruppe gelöst werden kann.

Nur wenige Gruppen überleben
eine Dekade oder mehr

Ständig tauchen neue extreme Gruppen auf. Allerdings fallen die meisten nach wenigen Monaten oder Jahren wieder auseinander.

Nur in seltenen Fällen sind sie imstande, eine Dekade oder mehr zu überleben. Diese wenigen „erfolgreichen“ Gruppen sind eher dazu in der Lage, die meisten ihrer Mitglieder über eine längere Zeitspanne zu halten und ihre Reihen mit Neuaufnahmen aufzufüllen.

Andere Gruppen leiden ständig unter Abtrünnigkeit und Fluktuation; sie können nicht genügend Neulinge rekrutieren, um die Gruppe auf Dauer am Leben zu erhalten.

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Je länger sie der Szene angehören, desto schwieriger wird es für sie, diese wieder zu verlassen. Und je mehr langzeitige und erfahrene Aktivisten es gibt, um so stärker wird die Naziszene.

 
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