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4. Gemeinschaftsbildung
Mit manchen jungen Leuten, die mit einer radikalen nationalistischen, rassistischen oder Neonazi-Gruppe in Kontakt gekommen sind, passiert sehr wenig.
Sie hängen für eine Weile herum, finden, dass es nicht ganz das war, was sie erwartet hatten, und gehen wieder, um woanders etwas Aufregenderes zu suchen.
Nur wenige nehmen Notiz davon, dass sie gekommen und wieder verschwunden sind. Je kürzer sie dabei waren und je weniger sie mitgemacht haben, um so leichter ist es, wieder zu verschwinden.
Andere machen wesentlich andere Erfahrungen und durchlaufen zwei parallele und sich gegenseitig verstärkende Prozesse:
Aufnahme und Anpassung an eine neue separate und stigmatisierte Gemeinschaft und der Abbruch der Verbindung zur „normalen“ Gesellschaft.
Aufnahme und Anpassung an eine neue separate und stigmatisierte Gemeinschaft
Beim Fortschreiten dieser beiden Prozesse wird es zunehmend schwierig und bisweilen fast unmöglich, die Gruppe wieder zu verlassen.
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Gleichzeitig jedoch verstärkt der Verdacht, dass die Feinde die Gruppe unterwandert haben könnten, die Atmosphäre aus Misstrauen und Verfolgungswahn.
Neuen Mitgliedern wird nicht getraut und sogar lang gediente Mitglieder können gelegentlich als Verräter verdächtigt werden. Die Befürchtung, nicht für vertrauenswürdig gehalten oder gar als Eingeschleuster beschuldigt zu werden, ist ein schwerwiegender Umstand, der unter Neulingen Anpassung und Gehorsam gegenüber den Gruppenwerten befördert.
Früher oder später haben die meisten neuen Mitglieder tätliche Auseinandersetzungen mit Gegnern wie Anti-Rassisten, Ausländern oder der Polizei.
Solche Konfrontationen sind signifikante Vorkommnisse für die, die daran beteiligt sind, ob nun der Kampf mit einem Sieg, einer Niederlage oder mit Inhaftierung endet.
Atmosphäre aus Misstrauen und Verfolgungswahn
Unabhängig von ihrem Ausgang haben diese Ereignisse die Tendenz, den Teilnehmenden das Erlebnis eines gemeinsamen Schicksals zu vermitteln.
Siege sind Quellen geteilten Stolzes, Niederlagen geben Veranlassung zu Hass und Bitterkeit gegenüber dem gemeinsamen Gegner. Selbst die Erfahrung einer bitteren Niederlage führt tendenziell dazu, dass der Gruppenzusammenhalt gestärkt wird.
Obwohl Gewalt und Überfälle durch militante Anti-Rassisten bewirken können, dass es teurer wird, in eine rassistische Gruppe einzutreten, und obwohl manchmal neue Mitglieder so verschreckt werden, dass sie sich wieder zurückziehen, tritt oft die gegenteilige Folge ein.
In Auswirkung der Gewalt, der sie ausgesetzt waren, werden sie noch tiefer in die Szene getrieben, und sie werden noch gehässiger und gewalttätiger, als sie es vorher waren. |