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12. Vergleichende Anmerkungen und Folgerungen
Es ist von Bedeutung, darauf hinzuweisen, dass der Exit-Ansatz nicht beabsichtigt, die komplette Strategie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bieten. Er sollte als ein Element in einem größeren Rahmen gesehen werden. Eine alles umfassende Strategie müsste
- Opfern des Rassismus Unterstützung gewähren,
- das Bewusstsein „normaler Menschen“ von Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz schärfen,
- Einfluss nehmen auf weit verbreitete Einstellungen und auf eine Politik, die Fremdenfeindlichkeit legitimiert,
- gesetzliche Maßnahmen unterstützen und durchführen, um Rassismus, Diskriminierung und fremdenfeindliche Gewalt und Schikanen zurückzudrängen und
- sich mit den eher strukturbedingten Gründen für das Entstehen von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und gewalttätigen Jugendgruppen beschäftigen.
Dessen ungeachtet sollte in solch einem breiteren Rahmen des Kampfes gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit die Reduzierung der Größe und der Aktivitäten rassistischer Gruppen durch das Verhindern von Neueintritten und das Fördern von Ausstiegen eine wichtige Rolle spielen.
Fördern von Ausstiegen
sollte eine wichtige Rolle spielen
Seit der Initiierung des ersten Exit-Projekts in Norwegen 1996/97 sind bis zum Jahr 2001 ähnliche Projekte in Schweden, Deutschland und Finnland ins Leben gerufen worden, und etliche andere Länder haben ihr Interesse an der Übernahme dieses Ansatzes zum Ausdruck gebracht.
Exit hat auf Erfahrungen der Vergangenheit, auf erprobte Methoden, aber auch auf neue Ideen gesetzt. Und die Hauptleistung von Exit bestand darin, alle diese Elemente zusammenzufassen und in systematische Strategien mit dem Ziel umzusetzen, Neueintritte in rassistische Jugendgruppen zu verringern und Austritte zu fördern.
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Die verschiedenen Aussteigerprogramme, die in Deutschland im Jahre 2001 gegründet wurden, wurden von unterschiedlichen staatlichen Behörden auf Bundes- und Landesebene betrieben.
Es ist offensichtlich, dass die institutionellen Grundaufgaben zum Beispiel des Amtes für Verfassungsschutz, der Kriminalpolizei, der Jugendbehörden und der sozialen Dienste erheblich voneinander abweichen.
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Von größerer Bedeutung als solche Unterschiede ist der Einfluss der institutionellen Zugehörigkeit des Projektes auf die Bereitschaft potentieller Aussteiger, zu dem jeweiligen Projekt Kontakt aufzunehmen.
Einigen (ehemaligen) Aktivisten, die Jahre lang den Sicherheitsdienst oder die Polizei als Feinde betrachtet haben, wird es leichter fallen, sich an eine nicht staatliche Organisation zu wenden.
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Einige Projekte betrachten es als ihre Hauptaufgabe, eine Telefon-Hotline zu betreiben und auf Anrufe von Menschen zu warten, die mehr oder weniger entschlossen sind, die Szene zu verlassen.
Weitere Ansätze:
TelefonHotline – Prävention – Frühe Intervention
Dieser „passive Ansatz“ kann eine recht hohe Erfolgsquote erreichen, da fast alle Anrufer motiviert sind auszusteigen und dies auch wirklich schaffen.
Die finnischen und norwegischen Exit-Projekte konzentrieren ihre Tätigkeit dagegen auf Prävention und die frühe Intervention mit dem Ziel, die Zahl der Neuzugänger zu verringern und den frühen Ausstieg zu fördern, bevor der junge Mensch sich zu stark in der Szene verfangen hat.
Einige Projekte versuchen, den aktiven und den passiven Zugang miteinander zu verbinden.
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Trotz der Unterschiede in ihren Organisationsformen und in ihren Schwerpunkten verfolgen die Programme ein gemeinsames Ziel – den Abbau der rassistischen und Neonazi-Szene durch Rückführung der Neuzugänge und Unterstützung der Austritte.
Es ist ermutigend, zu beobachten, dass sich dieses Vorgehen auf mehr und mehr europäische Länder ausweitet und dass die Resultate höchst vielversprechend zu sein scheinen.
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Die Zeit ist reif für eine engere internationale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen – staatlichen wie nichtstaatlichen – Exit- und Aussteiger-Projekten, um Know-how, Methoden und Erfahrungen auszutauschen.
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