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MediensammlungTVZDF - Crimetime

Abstract

„Crime Time“ zur Prime Time

Ein JSO-Kommentar zu vier Sendungen über Kriminalität
in der ZDF-Reihe „Abenteuer Wissen“

Im Juli 2003 wurden vier Folgen der ZDF-Reihe „Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski“ über Kriminalität und deren Bekämpfung unter dem Titel „Crime Time“ ausgestrahlt.

Das Themenspektrum reichte dabei von nicht aufgeklärten Morden durch ungenügende Leichenschau über DNA-Methoden zur Verbrechensaufklärung sowie Kindesmissbrauch bis hin zu den Problemen von Rückfallprognosen und strafrechtlicher Reaktion bei Sexualstraftaten.

Die Wissenschaftler Harald Kania und Sven Höfer vom Max-Planck-Institut Freiburg kommentieren für JSO diese Sendereihe.

Nach eigener Aussage des ZDF ist die Reihe „Abenteuer Wissen“ ein „Magazin für alle, die mitreden wollen“, und zwar „über Technik und Natur, Psychologie und Geschichte“, eben über „die ganze Welt des Wissens“. Angekündigt wurde also ein innovatives Wissensmagazin, dass mit Hilfe neuartiger, fallbezogener Darstellungsformen auch brisante, alltagsrelevante Fragen aufgreift, die von den vorhandenen Magazinen bislang eher ausgespart werden.

Beide Experten gehen in ihrer Analyse der Kernfrage nach, ob die vier „Crime Time“-Folgen diesen Erwartungen gerecht geworden sind.

Zu unterscheiden ist nach ihrer Ansicht einerseits die „Auswahl der gezeigten Inhalte und Meinungen“ sowie andererseits die gewählte „Form der Darbietung“. Ferner beleuchten Kania und Höfer die durchgängige „Konzentration auf Einzelfälle“.

Diese Art der Darstellung sei zwar für den Zuschauer eindrücklicher und leichter nachzuvollziehen als vom Einzelfall abstrahierende Information. Sie führe andererseits aber auch zu einer stärkeren emotionalen Beteiligung.

Die Verfasser hinterfragen in ihrer Analyse außerdem diverse verwendete Stilmittel der Sendereihe, wie etwa die Notwendigkeit von musikalisch unterlegten Amateuraufnahmen eines spielenden Kindes zum Thema „Kindesmissbrauch“.

Ferner setzen sie sich eingehend mit der verwendeten Sprache der TV-‚Macher’ von „Crime Time“. Sowohl „suggestive Wortwahl“ als auch der Gebrauch „emotional aufgeladener Metaphern“ gehören zu wesentlichen Kritikpunkten ihres Kommentars.

Das Fazit der beiden JSO-Experten: Insgesamt ein „wichtiger und richtiger Versuch“, Wissen über Kriminalität in populärer Verpackung darzubieten, wobei diese vier Sendungen allerdings nur als ein erstes„Herumtasten im Labyrinth des Bösen“ anzusehen seien.

 
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