5. Entstehungszusammenhänge
der Wirtschaftskriminalität
Die theoretische Analyse der Entstehungszusammenhänge der Wirtschaftskriminalität
wurde im Vergleich zu den Bereichen der Strafrechtsanwendung und der
Prävention eher vernachlässigt [1].
Herkömmliche Kriminalitätstheorien - Theorie der differentiellen Gelegenheiten, Anomietheorie,
lernpsychologische Ansätze - sind offensichtlich nur sehr eingeschränkt
auf das Verhalten in Unternehmen und im Markt zu übertragen [2].
Jedoch wird auch bestritten, daß es besonderer Theorien der Wirtschaftskriminalität
bedarf und behauptet, dass allgemeine Kriminalitätstheorien in der Lage
sein müssten, herkömmliche und Wirtschaftskriminalität zu erklären [3].
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Einvernehmen besteht freilich heute darüber, dass der Person des
Wirtschaftsstraftäters jedenfalls keine zentrale Bedeutung zukommt. Insoweit dürften deshalb Erkenntnislücken hinsichtlich der Person des
Wirtschaftskriminellen nicht mehr als sonderlich schmerzlich empfunden
werden. Denn die einst als verallgemeinerungsfähig verstandenen Befunde
zur Person und zum Sozialprofil des Wirtschaftsstraftäters [4] bieten tatsächlich nicht mehr
als banale Erkenntnisse, die das Verständnis und die Erklärung von Wirtschaftskriminalität
nicht befördern.
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[1] Schwind,
H.-D.: a.a.O., 2000 (Fn. 33), S. 410 [2] Schneider,
H.-J.: Wirtschaftskriminalität. In: Die Psychologie des 20. Jahrhunderts,
Band 14, Zürich 1981, 359 ff./365 ff.; Müller, H.: a.a.O., 1993, S. 173ff. [3] Hirschi,
T., Gottfredson, M.: Criminology 25(1987), S. 949-974. [4] Vgl.
hierzu ausführlich Kaiser, G. 1996 (Fn. 16), 852 m. w. N..
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