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Wirtschaftskriminalität › SpezialthemenBörsenkriminalitätBlomert

9. Das Scheitern des "shareholder value"-Modells

Das Ende der Spekulationswelle hat Tausende der IT-Firmen zusammenbrechen lassen,

  • etwa 8,5 Billionen Dollar an Werten wurden an den amerikanischen Börsen vernichtet,
  • ein Drittel dessen, was auf steuerfreien Sparkonten und in Pensionsplänen angelegt worden war,
  • in den zwölf Monaten, die der Krise folgten, verloren zwei Millionen Menschen ihre Arbeit,
  • und während die Konjunktur einbrach, stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um das Doppelte
  • und 1,4 Millionen Amerikaner rutschten unter die Armutsgrenze.

Jede dritte deutsche Firma der "neuen Ökonomie" wurde von Unternehmensberatern gegründet

Viele dieser Firmen, so stellte sich nachträglich heraus, wurden ohne jedes Produktionsinteresse nur zum Zwecke der Bereicherung durch die Ausnutzung der Wachstumspotentiale gegründet.

So wurde in Deutschland jede dritte Firma der "neuen Ökonomie" nicht von IT-Ingenieuren sondern von Unternehmensberatern gegründet.

Heute weiß man auch, daß die Fusionen in sieben von zehn Fällen mißlangen, was darauf schließen läßt, daß die Manager den persönlichen Gewinn, den sie durch die Einlösung ihrer Aktien erlangen konnten, über die Interessen ihrer Firmen stellten, während die Firmen selbst durch hohe Übernahmekosten (aufgrund der Kurssteigerungen) in tiefe Schulden gerieten.

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Der gesellschaftlich erwünschte Zweck von Unternehmen, zur Wirtschaft der Gesellschaft beizutragen, wurde durch diese falschen, auf Egoismus setzenden Anreizsysteme vernachlässigt oder gänzlich ignoriert zu Lasten der Firmen und der Beschäftigten.

In Deutschland betrachtet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen Optionen als Teil der Managervergütung inzwischen als Insiderpapiere.

Damit aber unterliegen sie dem Insiderhandelsverbot und gehören demnächst der Vergangenheit an (Handelsblatt 26. 1. 2005).

 
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