|
3. Netzwerke kriminell nutzbarer Kontakte
Ein erster Schritt zu größerer Klarheit ist geschafft, wenn man sich vergegenwärtigt, dass, egal, was man unter organisierter Kriminalität versteht, man es immer mit Netzwerken kriminell nutzbarer Kontakte zu tun hat.
Gleichgültig, ob man über die sizilianische Mafia, chinesische Triaden, kolumbianische Drogenkartelle, eine Einbrecherbande oder korrupte Verbindungen zwischen Geschäftsleuten und Politikern spricht, immer geht es darum, dass Personen in einer Beziehung zueinander stehen, die es ihnen erlaubt, bei illegalen Machenschaften zusammenzuwirken.

Die Grundkonstellation sieht wie folgt aus (Abb. oben):
Zwei Personen haben die gleichen kriminellen Dispositionen, d.h. sie sind grundsätzlich bereit, sich an bestimmten kriminellen Aktivitäten zu beteiligen, z.B. am Handel mit Drogen oder dem Austausch von Kinderpornographie oder der Initiierung eines Kapitalanlagebetrugs.
mehr ››
Haben sich nun zwei Personen mit den passenden kriminellen Dispositionen gefunden, z.B. zwei Drogenhändler, so ist es höchst unwahrscheinlich, dass sie ohne weiteres miteinander kooperieren, denn ein solches Zusammenwirken, ohne dass man viel vom anderen weiß, birgt erhebliche Risiken.
mehr ››
Generell scheint es so zu sein, dass verwandtschaftliche Beziehungen die sicherste Vertrauensbasis bilden, gefolgt von Freundschaftsbeziehungen von Jugend an und gemeinsamer Gefängniszeit. |