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Wirtschaftskriminalität › SpezialthemenOrganisierte Kriminalitätvon Lampe

9. Zusammenfassung

  • Organisierte Kriminalität ist ein historisch gewachsener, unscharfer und mehrdeutiger Begriff. Im Kern bezieht er sich auf Netzwerke kriminell nutzbarer Kontakte, die die Grundlage für verschiedene Ausprägungen krimineller Strukturen bilden.
  • Viele Aussagen über das Wesen organisierter Kriminalität, etwa über die Vorherrschaft komplexer krimineller Organisationen, die immer größere Macht innerhalb des kriminellen Milieus ansammeln und zunehmenden Einfluss auf staatliche Institutionen gewinnen, beruhen auf klischeehaften Vorstellungsbildern, die sich bei näherem Hinsehen so nicht bestätigen.
  • Nicht alle kriminellen Netzwerke und Organisationen stellen in gleichem Maße eine Bedrohung dar.
  • Während sich die Aufmerksamkeit der Medien und der Strafverfolgung auf sozial isolierte kriminelle Netzwerke und Gruppierungen am Rande der Gesellschaft konzentriert, haben gesellschaftlich integrierte kriminelle Netzwerke die größten Chancen einer Einflussnahme auf Staat und Wirtschaft.
  • Zu einer existenziellen Bedrohung für den demokratischen Rechtsstaat dürften Netzwerke kriminell nutzbarer Kontakte aber nur dann werden, wenn sie ganz oben, innerhalb der gesellschaftlichen Eliten, verankert sind.
  • OK-Bekämpfung hat daher nicht nur etwas mit Gefahrenabwehr und Strafverfolgung, sondern sehr viel auch mit Transparenz und demokratischer Kontrolle gesellschaftlicher Macht zu tun.
 
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