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Wirtschaftskriminalität › SpezialthemenPaoli

5.  Begriffe, Zahlen, Fakten

Über das Gleiche reden heißt leider nicht, auch das Gleiche meinen. Und Missverständnisse entstehen nicht selten dort, wo gleiche oder ähnliche Wörter und Ausdrücke benutzt werden, ohne dass man sich darüber bewusst ist, dass unterschiedliche Konnotationen oder gar andere Bedeutungen im Spiel sind.

Das gilt gerade auch für das Thema Russen-Mafia. Man nehme zum Beispiel das Wort "Mafia".

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Auch das russische Strafgesetzbuch trägt nicht wenig zur allgemeinen Verwirrung bei. Kennt es doch nicht bloß eine, sondern vier Definition von Gruppenkriminalität. Und die russischen Behörden benutzen natürlich alle vier als Synonyme für organisierte Kriminalität (Butler, 1992, S. 23 f.; § 35 des russischen Strafgesetzbuches), was erhebliche Konsequenzen hat:

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Immer wieder kann man von den Ermittlern hören, dass selbst die Gruppen, die zum eigentlichen Kern der russischen Mafia gezählt werden könnten, "viel kleiner und lockerer organisiert sind als ausländische Journalisten häufig behaupten" (Paoli, 2001, S. 116).

Um es deutlich zu sagen: keine einzige dieser Vereinigungen besteht aus mehreren Tausend Mitgliedern, wie oft in Medienberichten oder sogar in wissenschaftlichen Büchern behauptet (Dunn, 1997; Roth & Frey, 1995).

Das gilt für die Solntsevskaya und Ismalovskaya, aber auch für die Kurganskaya in Moskau und die Tambovskaya, die Malishev's und die Kazanskaya in St. Petersburg. Sie alle müssen als lose Zusammenschlüsse einer Vielzahl unabhängiger Gruppen verstanden werden, die entweder durch dieselbe geographische Herkunft, ihrem Niederlassungsort oder durch die Anerkennung derselben Führungsperson verbunden sind (Gilinsky et al., 2000, S. 54-84; Paoli 2001, S. 101-121).

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