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6. Zwischen
Legalität und Illegalität: Wirtschaft und Mafia
"Mafia" hat in Russland noch eine weitere wichtige Bedeutungsebene,
die nicht direkt mit Kriminalität und Verbrechen gleichgesetzt werden
kann. Das betrifft zunächst die ehemaligen sowjetischen Partei-
und Konzernfunktionäre und erfolgreichen Schattenwirtschaftler,
die vom Zerfall der Sowjetunion und der Privatisierung der Staatskonzerne
am meisten profitiert haben.
mehr ›› Hinzu kommt ein anderer wichtiger Aspekt: In einem Land, das noch keine klare Trennung zwischen legalem und illegalem
Handeln in der Wirtschaft kennt, betrachtet die Gesellschaft mitunter
nicht nur die Gangster als Mafia, sondern quasi en bloc alle
erfolgreichen Unternehmer (sog. Robber Barons). mehr ›› Vor diesem Gesamthintergrund eines sehr diffusen Bildes über die Grenzen
von legalem Unternehmertum und illegaler Kriminalität und der pauschalen
Identifikation dieser "neuen Russen" als Mafia im Land selber, kann es
kaum verwundern, dass erschreckende Schätzungen über die angebliche
wirtschaftliche und politische Macht der Russen-Mafia die
Runde machten. Diese Schätzungen betrachtete man - wenn auch aus unterschiedlichen
Gründen - sowohl in Russland als auch im Westen als durchaus glaubwürdig.
mehr ›› Noch ein Beispiel: Europol setzt die eine
Milliarde Dollar Kapital, die aus Russland monatlich illegal exportiert
wird, - auf der Höhe der Finanzkrise des Sommers 1998 waren es 25 Milliarden
Dollar - schlichtweg gleich mit den angeblichen Gewinnen der Russen-Mafia
und mit dem Umsatz aus der Geldwäsche (Europol, 2001).
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